Das neue Release Update SAP Cloud ERP 2602 ist verfügbar und bringt zahlreiche Verbesserungen und Innovationen mit. Wir bei ORBIS setzen voll auf SAP Cloud ERP und möchten Ihnen in diesem Blogbeitrag einige Highlights genauer vorstellen.
SAP Cloud ERP 2602 Release: Der nächste Schritt zu einer vollständig integrierten Cloud‑Suite
Mit der Version SAP Cloud ERP 2602 setzt SAP einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zu einer nahtlos integrierten Business Suite. Was bisher komplexe Integrationsprojekte zwischen verschiedenen Cloud‑Lösungen erforderte, wird künftig durch SAP selbst bereitgestellt und gemanagt. Für Unternehmen bedeutet das: deutlich weniger Aufwand im Hintergrund und mehr Fokus auf das eigentliche Kerngeschäft.
Aufgaben wie Co-Provisining, funktionale und technische Integrationen, sowie Lifecycle-Management laufen automatisiert im Hintergrund, sodass Unternehmen nicht länger selbst für die richtige Reihenfolge der Systembereitstellung, die technische Abstimmung oder Integrationslogik sorgen müssen. SAP stellt eine abgestimmte, stabile Gesamtlandschaft bereit und reduziert damit die Komplexität erheblich.
Ein zentrales Element dieser Neuerungen ist die blueprintbasierte Bereitstellung. Sie verändert das Bereitstellungs‑ und Integrationsmodell grundlegend wie folgt:
- Aktivierung einzelner Lösungen oder kompletter Suiten ohne manuelle Einrichtung
- Vorkonfigurierte, durch SAP-integrierte Systeme
- Transparente Darstellung der gesamten Landschaft über die neue Suite‑Benutzeroberfläche in SAP for Me
- Höhere Stabilität und Konsistenz durch eine zustandsbasierte Abstimmung der Anwendungen.
Damit schafft SAP eine moderne Grundlage für ein durchgängiges, stabiles und wartungsarmes Cloud‑ERP‑Erlebnis und legt den Grundstein für eine vollständig integrierte Cloud‑Suite.
Release Highlights SAP Cloud ERP 2602 im Überblick
1. AI‑gestützte Generierung von Business Requirements: Mehr Effizienz in Fit‑to‑Standard‑Workshops
Diese neue KI Funktion unterstützt Berater:innen dabei, automatisch hochwertige Business Requirements direkt aus den Transkripten von Fit-to-Standard-Workshops zu erstellen. Mithilfe leistungsstarker Sprachmodelle analysiert das System die Gesprächsinhalte und überträgt die relevanten Punkte strukturiert in eine vordefinierte Vorlage für Kundenanforderungen.
Consultants können die generierten Anforderungen anschließend überprüfen, verfeinern und validieren, bevor sie sie final speichern. Zusätzlich integriert die Funktion Inhalte aus SAP Activate und SAP Best Practices, um passende Lösungsvorschläge zu empfehlen. So entstehen konsistentere Dokumentationen und Berater:innen können sich stärker auf inhaltliche Diskussionen und Mehrwert für den Kunden konzentrieren.
2. KI‑gestützte User Experience im SAP Cloud ERP: Smarte Unterstützung im Arbeitsalltag
Im Arbeitsalltag folgen viele Tätigkeiten im SAP Cloud ERP wiederkehrenden Mustern: Daten prüfen, Folgeaktivitäten anstoßen oder Prozesse am Laufen halten. Mit der KI-gestützten Aufgabenautomatisierung führt SAP intelligente Assistenten ein, die genau in diesen Momenten unterstützen.
Diese neuen Helfer basieren auf generativer KI und sind direkt in My Home eingebettet. Sie übernehmen routinemäßige Schritte innerhalb der SAP-Anwendungen, während die volle Kontrolle bei den Nutzern bleibt – insbesondere dann, wenn Entscheidungen zu treffen oder Daten zu ändern sind. Ziel ist es nicht, menschliches Urteilsvermögen zu ersetzen, sondern den manuellen Aufwand zu reduzieren und Anwendern einen reibungsloseren Arbeitsfluss zu ermöglichen. Kunden, die diese Funktionen frühzeitig kennenlernen und aktiv mitgestalten möchten, können am Beta Programm teilnehmen. Ihr Feedback fließt direkt in die Weiterentwicklung der KI basierten Nutzererlebnisse im SAP Cloud ERP ein.
3. SAP Activate: Verbesserte Unterstützung für Implementierung und Upgrades im Release 2602
Mit dem Release 2602 führt SAP Activate mehrere Weiterentwicklungen ein, die insbesondere Unternehmen zugutekommen, die SAP verwaltete Integrationen im Rahmen des Early Adopter Care Programms nutzen. Dazu gehört eine neue, speziell darauf ausgerichtete Aktivierungs- und Implementierungsanleitung, die Projektteams gezielt durch die Einführung dieser neuen Integrationsszenarien führt.
Kunden, die SAP Cloud ERP implementieren, profitieren weiterhin von einem vereinfachten Zugang zu allen relevanten Implementierungsinformationen. Möglich wird dies durch Joule, das direkt in den Roadmap Viewer in SAP for Me integriert ist. Dadurch erhalten Projektteams KI-gestützte Unterstützung und finden die passenden Inhalte schneller.
Für bestehende Kunden, die auf Release 2602 upgraden, steht ein optimiertes, kompaktes Upgrade Roadmap bereit – verfügbar sowohl im Roadmap Viewer als auch in SAP Cloud ALM. Sie unterstützt Teams dabei, das Upgrade effizient zu planen, durchzuführen und die anschließenden Aktivitäten strukturiert umzusetzen.
Release Highlights SAP Cloud ERP 2602: Fachbereichsbezogene Neuerungen
Service – mehr Transparenz in Serviceaufträgen: Neue Kategorien für nicht abrechenbare Positionen
Mit dem aktuellen Release wird die Handhabung von nicht fakturierbaren („nicht abrechenbaren“) Positionen deutlich einfacher. Neben der bereits bestehenden Kategorie Serviceposition (n. abrech.) – SVPN wurden mehrere neue Positionstypen eingeführt, die Unternehmen dabei unterstützen, nicht abrechenbare Leistungen sauber zu klassifizieren und automatisiert von der Fakturierung auszuschließen:
- Ausgabenposition (n. abrech.) – SVEN
- Ersatzteil (n. abrech.) – SVSN
- Lagerersatzteil (n. abrech.) – SVRN
- Externe Serviceposition (n. abrech.) – SEWN
- Servicepaket (n. abrech.) – SVBB
Diese Positionen erzeugen keine Planerlöse und unterstützen keine Schlüssel der vorgangsbezogenen Erlösrealisierung. Gleichzeitig werden sie automatisch von der Fakturierung ausgeschlossen und damit sauber von abrechenbaren Leistungen getrennt. Das Ergebnis: höhere Transparenz in Serviceaufträgen, weniger manuelle Nacharbeit und eine konsistentere Abrechnung.
Vertrieb (Sales)
In der App „Kundenretouren verwalten – Version 2“ stehen mit dem neuen Release KI‑gestützte Eingabeempfehlungen zur Verfügung, die das Anlegen von Retourenaufträgen deutlich beschleunigen und zuverlässiger machen. Das System schlägt automatisch Werte für jene Felder vor, die beim Anlegen einer Retoure üblicherweise ausgefüllt werden müssen. Grundlage dafür sind Muster, die aus historischen Retourenaufträgen mit denselben Prozessvarianten gelernt wurden. Dadurch wird der Erfassungsprozess schlanker, konsistenter und weniger fehleranfällig.
Sourcing and Procurement
Mit dem aktuellen Release wurden in der App „Bestellungen verwalten“ mehrere neue Felder ergänzt, die mehr Transparenz in den Bestellprozessen schaffen und insbesondere Szenarien mit Lohnbearbeitung besser unterstützen. Hier die wichtigsten Neuerungen:
- Lieferant in den Positionsdetails: Dieses Feld zeigt den Lieferanten an, der bei Lohnbearbeitung beliefert werden soll bzw. der die Lieferung empfängt. So wird klar erkennbar, welcher Partner die Ware erhält.
- Lieferant ist Lohnbearbeiter: Ein neues Kennzeichen, das den gewählten Lieferanten eindeutig als Lohnbearbeiter identifiziert. Ist dieses Merkmal gesetzt, erfolgt der Wareneingang automatisch in den Lohnbearbeitungsbestand des Lieferanten.
- Lieferantenmaterialnummer: Dieses Feld enthält die Materialnummer des Lieferanten. Da Materialien beim Lieferanten häufig unter anderen Nummern geführt werden, kann diese Information bei Bestellungen zur eindeutigen Identifikation angegeben werden.
- Revisionsstand: Der Revisionsstand kennzeichnet den Änderungsstatus eines Materials oder Dokuments zusätzlich zur Änderungsnummer. Dies unterstützt insbesondere Szenarien, in denen verschiedene Materialstände verwaltet werden müssen.
Diese Erweiterungen verbessern die Transparenz im Beschaffungsprozess und unterstützen eine präzisere Steuerung von Beständen und Lohnbearbeitungsszenarien.
Produktion
Im Bereich Fertigung führt SAP eine neue Funktion ein, die die Produktion spürbar effizienter macht: die Kombination von Produktionsaufträgen. Mit dieser Möglichkeit können identische Arbeitsvorgänge aus mehreren Aufträgen zu einem konsolidierten Produktionsauftrag zusammengeführt werden, direkt in der App „Produktionsaufträge verwalten“. Die neue Funktion unterstützt Anwender dabei, kombinierte Aufträge zu erstellen, zu pflegen und zu bestätigen. Gleichzeitig ermöglicht sie eine präzise Kostenverteilung und -abrechnung durch das neue ereignisbasierte Kalkulationsverfahren. Durch die Bündelung gleichartiger Vorgänge sinken Rüstzeiten und Gemeinkosten deutlich, was sowohl die Produktionsdurchsatzsteigerung als auch Kostenersparnisse unterstützt.
Professional Services
Im Bereich Professional Services bringt das erweiterte „Intercompany Review Booklet“ einen deutlichen Mehrwert für die Transparenz und Nachvollziehbarkeit von Intercompany‑Kostenallokationen. Die App zeigt nun den vollständigen End‑to‑End‑Belegfluss an und ermöglicht damit eine klare Abstimmung zwischen Controlling‑Buchungen, Faktura und Debitorenbelegen.
Diese ganzheitliche Sicht ist besonders im Periodenabschluss von hoher Bedeutung: Unternehmen können sicherstellen, dass ihre Daten vollständig sind, da klar ersichtlich wird, welche Leistungen und Aufwände bereits fakturiert, teilweise abgerechnet oder noch nicht in Rechnung gestellt wurden.
Engineering
Im Bereich Enterprise Portfolio and Project Management zählt die verbesserte Integration von Projektplandaten mit SAP Cloud ERP zu den zentralen Weiterentwicklungen, die gemeinsam mit Kunden in den Product Councils erarbeitet wurden. Die Neuerung ermöglicht eine nahtlose Synchronisation zwischen SAP Cloud ERP und SAP Project and Resource Management und schafft so ein deutlich integrierteres Projekterlebnis über beide Lösungen hinweg.
Nutzer können Projekttermine in SAP Cloud ERP nun manuell aktualisieren und sicherstellen, dass alle relevanten Informationen jederzeit korrekt und aktuell sind. Ergänzend dazu reduziert die automatisierte, bidirektionale Synchronisation den Aufwand für die Datenpflege erheblich – doppelte Eingaben entfallen, und Teams können sich stärker auf strategische Aufgaben konzentrieren. Projektleitende profitieren von einer fundierteren Entscheidungsbasis, einer besseren Überwachung des Projektfortschritts und einer optimierten Ressourcenzuordnung – über den gesamten Projektlebenszyklus hinweg.
Supply Chain Management
Die Weiterentwicklung der Lagerlogistik zeigt klar: Die Integration von Warehouse-Automatisierungssystemen wird in Zukunft ein zentraler Hebel für mehr Effizienz sein. Durch die nahtlose Übergabe von Lageraufträgen an automatisierte Subsysteme lassen sich Arbeitsschritte koordiniert, schnell und zuverlässig ausführen.
Die Schnittstelle übernimmt dabei nicht nur das Senden von Lageraufträgen, sondern verarbeitet ebenso Rückmeldungen über ausgeführte Lageraufgaben. Dieser kontinuierliche Rückkanal schafft volle Transparenz und sorgt dafür, dass Prozesse jederzeit überwacht und optimiert werden können. Gleichzeitig reduziert die Integration den Bedarf an manuellen Eingriffen erheblich – Abläufe werden stabiler, Fehlerquoten sinken und die Produktivität steigt.
Der größte Vorteil liegt in der deutlich effizienteren Verarbeitung von Lageraufträgen: Automatisierung übernimmt Tätigkeiten, die bisher zeitaufwändig und personalintensiv waren. Dadurch können Lager höhere Volumina mit gleichbleibender Präzision bewältigen – und tragen somit zu einer zuverlässigeren, leistungsfähigen Supply Chain bei.
Finance – KI‑gestützte Abgrenzungen: Der Accounting Accruals Agent bringt Effizienz ins Finanzmanagement
Mit der Beta-Version des Accounting Accruals Agent führt SAP ein zukunftsweisendes Tool ein, das den Periodenabschluss im Finanzwesen deutlich erleichtert. Der intelligente Agent erstellt KI‑gestützte Abgrenzungsvorschläge und übernimmt damit einen Prozess, der bislang stark manuelle Arbeit, Erfahrung und Zeit erforderte.
Durch die Kombination aus Rechnungslegungslogik, historischen Daten und präzisen Berechnungen reduziert der Agent den Aufwand, der traditionell zum Monats‑ oder Jahresende entsteht. Finanzexperten profitieren so von einer spürbaren Entlastung im Tagesgeschäft.
Die überarbeitete App „Abgrenzungsvorschläge verwalten“ unterstützt Anwender zusätzlich: Sie beschleunigt die Prüfung und Buchung von Vorschlägen und liefert für jeden Eintrag transparente, KI‑basierte Erläuterungen. Hauptbuchhalter erhalten damit nicht nur schneller Ergebnisse, sondern auch ein besseres Verständnis der zugrunde liegenden Berechnungen und damit mehr Vertrauen in die Entscheidungsunterstützung. Mit dem Release SAP Cloud ERP 2602 wird diese Funktion allgemein verfügbar sein und einen wichtigen Beitrag zu einem effizienteren, moderneren Periodenabschluss leisten.
Ein Fazit zu dem Release 2602
Das Release Update SAP Cloud ERP 2602 bietet zahlreiche Neuerungen: darunter nicht nur technische Optimierungen, sondern eine Vielzahl an Innovationen und neuer KI-gestützter Funktionalitäten, die den Arbeitsalltag deutlich effizienter machen. Die zahlreichen Verbesserungen und Optimierungen bieten Unternehmen eine zukunftssichere Cloud ERP-Lösung, die in verschiedensten Implementierungsszenarien von Greenfield bis hin zum 2-Tier Szenario eingesetzt werden. SAP Cloud ERP passt sich perfekt Ihrer Unternehmensgröße an und skaliert mit Ihren Anforderungen mit.
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