Side-by-Side Extensions: Der Schlüssel zu individueller Innovation in der SAP-Welt

Side-by-Side Extensions erweitern flexibel die SAP-Landschaft

Warum individuelle Innovation in der SAP-Welt entscheidend ist

Reicht Standardsoftware für die digitale Zukunft? Diese Frage stellen sich viele Unternehmen spätestens dann, wenn Fachbereiche kurzfristig neue digitale Lösungen fordern – sei es ein Kundenportal, eine mobile App oder ein automatisierter Genehmigungsprozess.

Der Handlungsdruck ist real: Mehr als zwei Drittel der Unternehmen spüren wachsenden digitalen Wettbewerbsdruck und sehen digitale Technologien als entscheidend für ihre Wettbewerbsfähigkeit (Quelle: Unternehmen wollen Digitalisierung vorantreiben, Bitkom e.V.). Standardsoftware reicht dafür bei speziellen Anforderungen sehr häufig nicht aus.

SAP S/4HANA bildet dabei für viele Organisationen das stabile digitale Rückgrat. Es sorgt für standardisierte Prozesse, Datenkonsistenz und Governance. Doch genau hier entsteht ein Spannungsfeld: Einerseits soll der SAP-Core möglichst unverändert bleiben, andererseits müssen Unternehmen flexibel auf neue Anforderungen reagieren.

Zwischen Standardisierung (Clean Core) und individueller Differenzierung klafft häufig eine Lücke. Side-by-Side Extensions sind der Ansatz, mit dem SAP genau dieses Spannungsfeld auflöst.

Markteinordnung: Side-by-Side Extensions sind längst Standard

Side-by-Side-Architekturen sind längst kein Nischenthema mehr, sondern ein etabliertes Architekturprinzip in modernen SAP-Landschaften. Aktuelle Marktanalysen zeigen:

  • Über 50 % der SAP-Anwender nutzen die SAP Business Technology Platform (BTP) bereits produktiv oder oder führen diese gerade ein. (Quelle: Adoption of SAP Business Technology Platform Is Accelerating, ASUG)
  • Der häufigste Einsatzzweck ist dabei nicht Reporting, sondern Integration und Erweiterung bestehender SAP-Systeme.
  • Eine deutliche Mehrheit der SAP-Kunden will in naher Zukunft verstärkt auf eigene Erweiterungen setzen: In einer DSAG-Umfrage planen 36 % der Befragten mittlere bis hohe Investitionen in Anwendungsentwicklung und Automatisierung auf der SAP BTP, was klar auf Erwartungen an mehr individuelle Erweiterungen und Automatisierungsprojekte hindeutet (Quelle: DSAG: Investitionsbereitschaft wächst, Silicon)

Die Botschaft ist klar: Unternehmen setzen nicht auf „entweder Standard oder Individualisierung“, sondern auf beides – sauber voneinander getrennt und strategisch kombiniert.

Was sind Side-by-Side Extensions – und warum sie SAP empfiehlt

SAP unterscheidet grundsätzlich zwischen In-App Extensions und Side-by-Side Extensions. Während In-App-Erweiterungen direkt im SAP-System umgesetzt werden, entstehen Side-by-Side Extensions außerhalb des SAP-Kerns. Sie laufen typischerweise auf der SAP Business Technology Platform (BTP) und sind über APIs oder Events mit S/4HANA verbunden.

Der entscheidende Vorteil: Der SAP-Core bleibt unverändert und upgradefähig – ganz im Sinne der Clean-Core-Strategie, die SAP selbst aktiv propagiert.

Unternehmen profitieren dadurch von:

  • deutlich reduziertem Upgrade-Aufwand
  • höherer Innovationsgeschwindigkeit, da Erweiterungen unabhängig entwickelt werden
  • besserer Skalierbarkeit und klaren Verantwortlichkeiten
  • Kombination von SAP-Services mit externen Technologien wie KI oder IoT
  • Weniger Aufwand für Wartung und Anpassungen

Auch die SAP priorisiert diesen Ansatz strategisch, weil er langfristig Kosten senkt und gleichzeitig Innovationsfähigkeit erhält – ein entscheidender Faktor in Zeiten von Cloud-Transformation und kontinuierlichen Releases.

Gründe für die Einführung von Side-by-Side Extensions

Technologie-agnostisches Denken als Schlüssel für nachhaltige Innovation

Ein oft nicht berücksichtigter Punkt: Side-by-Side Extensions sind bewusst technologie-agnostisch konzipiert.

SAP hat die BTP gezielt für ein offenes Technologie-Ökosystem entwickelt. Unternehmen können dort nicht nur SAP-Services nutzen, sondern auch:

  • KI- und Machine-Learning-Services
  • Cloud-native Microservices
  • IoT-Plattformen
  • moderne Web- und Mobile-Technologien

Das ist kein Zufall: Mehrere Studien belegen, dass moderne Digitalisierungsinitiativen in der Mehrheit Technologien wie Cloud, AI, Analytics oder Integrationslösungen einbeziehen – über klassische ERP-Funktionen hinaus. Laut der Gartner 2025 CIO Agenda wollen über 80 % der CIOs ihre Investitionen in solche modernen Technologien erhöhen und rund 92 % der Unternehmen setzen Cloud-Technologien ein, die typische ERP-Systeme ergänzen (Quelle: Reveals That Only 48% of Digital Initiatives Meet or Exceed Their Business Outcome Targets, Gartner).

Side-by-Side Extensions ermöglichen genau diese Kombination: SAP als führendes System – ergänzt durch spezialisierte Technologien dort, wo sie den größten Mehrwert liefern.

Das ORBIS InnovationLab positioniert sich genau an dieser Schnittstelle: zwischen SAP-Exzellenz und offener, moderner Softwareentwicklung.

Side-by-Side-Projekte erfordern:

  • SAP-Architekturverständnis
  • Erfahrung mit modernen Technologien
  • flexible, skalierbare Entwicklungsmodelle

Das ORBIS InnovationLab verbindet genau diese Elemente. Durch die Kombination aus SAP-Expertise und Nearshore-Entwicklung in Belgrad profitieren Kunden von:

  • kürzerer Time-to-Market
  • hoher Kosteneffizienz
  • individueller, technologieoffener Umsetzung

Denn in der Praxis zeigt sich immer wieder: Ideen scheitern nicht an der Technologie, sondern an Kapazitäten und Geschwindigkeit.

Praxisnahe Use Cases: So lösen Side-by-Side Extensions echte Business-Herausforderungen

Springen wir nun von der Idee zur Umsetzung: Folgende Use Cases zeigen, wie Unternehmen mit Side-by-Side Extensions Innovation greifbar machen:

Mehr Flexibilität für den Außendienst: Mobile Apps, die SAP-Daten nutzen

Außendienstmitarbeiter brauchen schnelle, intuitive Lösungen – nicht komplexe SAP-Transaktionen. Mit Side-by-Side Extensions entstehen schlanke Apps, die SAP-Daten konsumieren, aber unabhängig vom SAP-Frontend funktionieren. Das Ergebnis: höhere Nutzerakzeptanz und deutlich kürzere Einführungszeiten.

Prognosen, die den Unterschied machen: KI für Ihre Supply Chain

Standardberichte reichen oft nicht aus, um komplexe Lieferketten zu steuern. Unternehmen integrieren KI-Modelle über Side-by-Side Extensions, um präzisere Prognosen zu erstellen. Studien zeigen, dass solche Ansätze die Prognosegenauigkeit um 10–20 % (Quelle: Machine Learning and Deep Learning Models for Demand Forecasting in Supply Chain Management, MDPI) verbessern können – ohne den ERP-Kern zu belasten.

Genehmigungen ohne Wartezeiten: Automatisierte Workflows in Aktion

Manuelle Genehmigungsprozesse kosten Zeit und Nerven. Mit Side-by-Side Extensions lassen sich komplexe Workflows als eigenständige Anwendungen orchestrieren. Das Ergebnis: deutlich verkürzte Durchlaufzeiten und weniger manueller Aufwand.

Eine Gemeinsamkeit ist in all diesen Szenarien: Innovative individuelle Erweiterungen entsteht neben dem SAP-System – nicht in ihm. Und Side-by-Side Extensions lösen konkrete Business-Probleme und sind ein praktischer Hebel für mehr Effizienz und Wettbewerbsvorteile.

Blick in die Zukunft: Side-by-Side als Fundament moderner SAP-Architekturen

Die digitale Welt dreht sich schneller als je zuvor. Trends wie Künstliche Intelligenz, Low-Code/No-Code und Cloud-native Entwicklung werden die SAP-Landschaft weiter verändern. Doch wie integrieren Sie diese Innovationen, ohne Ihre SAP-Kernsysteme zu gefährden?

Die Antwort: Side-by-Side-Architektur. Sie schafft die perfekte Balance: Stabilität im SAP-Core und maximale Flexibilität für neue, auch SAP-ferne Technologien. Unternehmen, die heute auf Side-by-Side setzen, legen das Fundament für eine Architektur, die mitwächst – egal, welche Trends morgen kommen.

AUTOR
Michael Gfrörer, contrimo GmbH
AUTOR Michael Gfrörer Geschäftsführer, Managing Director, contrimo GmbH (Member of ORBIS Group)
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